Wenn der Mindestlohn steigt: Wer zahlt die Rechnung?

Stell dir vor, du bekommst mehr Taschengeld, aber dein Lieblingsjob wird seltener angeboten. Was passiert, wenn der Mindestlohn steigt?

Hast du schon mal von Mindestlohn gehört? Das ist der kleinste Betrag, den Arbeitgeber ihren Angestellten zahlen müssen. In Japan haben Forschende untersucht, was passiert, wenn dieser Mindestlohn steigt. Sie haben sich angeschaut, wie sich das auf die Jobs und die Arbeitsbedingungen auswirkt.

Was die Forschenden herausgefunden haben

Die Forschenden haben herausgefunden, dass es weniger Jobs gibt, wenn der Mindestlohn steigt. Genauer gesagt, gibt es 2 Prozent weniger Jobs in den Bereichen, die direkt vom neuen Mindestlohn betroffen sind. Interessanterweise bleiben die zusätzlichen Leistungen, wie zum Beispiel Fahrtkostenzuschüsse, fast unverändert. Das bedeutet, dass die Arbeitgeber die höheren Kosten selbst tragen müssen, anstatt sie durch weniger Zusatzleistungen auszugleichen.

Wie haben sie das gemacht?

Um das herauszufinden, haben die Forschenden Daten von einer japanischen Jobvermittlungsplattform verwendet. Sie haben sich die Verträge auf der Plattform genau angesehen und verglichen, was vor und nach der Erhöhung des Mindestlohns passiert ist. Dabei haben sie eine spezielle Methode namens „bin-level difference-in-differences“ verwendet, um die Veränderungen genau zu messen.

Warum ist das wichtig?

Diese Ergebnisse sind wichtig, weil sie zeigen, wie schnell sich der Arbeitsmarkt anpasst, wenn der Mindestlohn steigt. Arbeitgeber müssen die höheren Löhne zahlen, ohne die Zusatzleistungen zu kürzen. Das kann bedeuten, dass sie weniger Jobs anbieten, um die Kosten zu decken. Für dich bedeutet das, dass du vielleicht weniger Jobs in deinem Lieblingsbereich findest, aber die Jobs, die es gibt, besser bezahlt sind.

Du willst mehr über die Studie wissen?

Die Forschenden, die diese Studie durchgeführt haben, heißen Hayato Kanayama, Sho Miyaji und Suguru Otani. Sie haben ihre Ergebnisse in einem wissenschaftlichen Artikel veröffentlicht.

Zum Original-Paper auf ArXiv